Video Produktion Dossier – Interview Ewa Ming

Videomarketing – just do it! Nur wer digital sichtbar ist, existiert!

Wie produziert eine Firma mit begrenzten Ressourcen tolle Videos für Social Media heute? Soll ich die Filme selber machen oder brauche ich einen Profi?

Um gute Social Videos zu drehen, sind weder eine teure Ausrüstung noch eine spezialisierte Crew nötig. Vielmehr zählt auf den Social Medias die Idee und Kreativität.  Videos können daher gut selbst und oder mit kleinem Budget produziert werden. Mit einem modernen Smartphone, den richtigen Apps und/oder Desktop-Programmen kann auch ein Nicht-Profi mit „Assistenz“ relativ einfach Video oder eine Instastory erstellen. Inzwischen gibt es auch schon ganz professionelle Multi-Camera Setups respektives Softwares, die es erlauben mit 3-4 Iphones tolle Videos zu drehen und direkt mit einem Directors Pad zu schneiden und live zu streamen. Hier lohnt sich aber eine professionelle Einführung.

Welche Ausrüstung brauche ich, wenn ich es selber machen will?

Für die visuelle Qualität eines Films kommt es nebst der (Handy)-Kamera auch auf den Produktionsstandort sowie die Beleuchtung an, um Schattenwurf zu verhindern. Für die richtige Beleuchtung braucht es gute Studioleuchten. Bereits mit wenigen Lichtquellen können gute Ergebnisse erzielt, Atmosphäre und Spannung erzeugt und fesselnde Bilder kreiert werden. Online-Tutorials zur richtigen Positionierung gibt es viele. Um eine gute Tonqualität zu erreichen, wird ein externes Mikrophon benötigt. Das an der Kamera oder am Smartphone eingebaute Mikrofon sollte nicht verwendet werden. Es nimmt zu viele Nebengeräusche auf. Das externe Mikrofon soll so nah wie an die Tonquelle heran, ohne dass es im Bild sichtbar wird.

Nebst dem beschriebenen Equipment genauso wichtig ist der Content. Ein gutes inhaltliches Konzept bzw. eine gute Geschichte sind wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Video, welches hervorsticht und auch geteilt wird. Bevor mit der Video-Produktion begonnen wird, muss also gut überlegt werden, was mit dem Video erreicht werden soll, d.h. eine Videomarketing-Strategie muss definiert werden. Dabei muss man sich an den übergeordneten Geschäftszielen orientieren.

Wie häufig soll ich was posten?

DIE einzig richtige Anzahl Posts gibt es nicht. Ob einmal in der Woche, alle zwei Wochen oder einmal im Monat, dies ist sehr individuell und muss von jeder Firma selbst herausgefunden werden. Dies ist auch abhängig davon, auf welcher Plattform gepostet wird – Facebook, Instagram, Twitter oder LinkedIn. Die Wahl der Plattform beeinflusst dann auch die Uhrzeit und den Wochentag an welchem am besten gepostet wird. Wichtig ist einfach, dass regelmässig gepostet wird.

Wie finde ich die Stories zum Posten?

Frage dich einfach, was will meine Zielgruppe sehen? Was findet sie spannend und nützlich? Warum sollten sie den Video sehen? Beobachte gut laufende Channels und lass dich inspirieren. Klar, es gibt ganz unterschiedliche Arten von Videos, je nach Ziel, das verfolgt wird: Es können Tutorials und Tipps aus dem Fachgebiet der Firma oder des Creators gepostet werden. Tutorials sind der perfekte Serienstoff. Wenn die Tipps nützlich sind, werden die Zuschauer immer wieder kommen. Oder FAQ-Videos, welche einerseits häufig wiederkehrende Fragen in einem leicht verständlichen Video beantworten und andererseits den Kunden nützlichen Content geben, den sie dann idealerweise auch teilen. Eine Story kann eigene Angebote und Promotionen oder neue Produkte beinhalten. Interessanter werden Stories durch Live-Inhalte von Veranstaltungen und dem Teilen von Bildern und Videos von Influencern. Wichtig ist, dass jedes Video einen Call-to-Action enthält. Das beste Video bringt nichts, wenn der Kunde nach dem Schauen nicht weiss, was er jetzt tun soll oder was es ihm gebracht hat. Sei daher kreativ und kenne deine Zielgruppe!

Wie lange sollen die Videos sein?

Video Posts sollen grundsätzlich kurz sein. Das ist auch der grosse Vorteil von Videos gegenüber Text. Je nach Plattform gibt es unterschiedliche Zeitlimiten und je nach Art des Videos unterscheidet sich die Länge – ein Tutorial beispielsweise ist länger als eine Grussbotschaft. Auf Instagram z.B. beträgt die maximale Länge eines Video-Posts im Feed 60 Sekunden, für Stories 15 Sekunden je Element. Bei Twitter dürfen Videos maximal 140 Sekunden lang sein.

Man sagt, dass eine Länge von 15 Sekunden für Video-Posts optimal ist. Dabei sind die ersten drei Sekunden besonders wichtig, da sich hier entscheidet, ob weitergeschaut wird. Ein Imagevideo auf Social Medias sollte 1-2 Minuten haben. Aber spannende Talks und Videos, die schon fast TV-Format haben dürfen sicher länger sein. Am Schluss entscheidet der Zuschauer. Es gilt auch hier: „ausprobieren“.

Was kostet die Produktion für ein Video?

Wer es günstig haben möchte, macht es selbst mit seinem Handy. Die Kosten für eine Videoproduktion bei einer spezialisierten Firma variieren sehr stark je nachdem welche Art von Film gewünscht wird. Diverse Parameter verteuern eine Produktion: Konzept, Script, Regie, Standort / Studio, Schauspieler, Anzahl Kameras / Beleuchtung, Requisiten etc.

Für eine Low-Budget-Produktion für ein kurzes Social Media Video von 1 -2 Minuten Länge, ohne grössere Post-Production und Animationen, muss man mit Kosten ab CHF 2000 bis CHF 4500 rechnen. Die Standartproduktion eines einfachen Videos von 1 – 4 Minuten kostet CHF 3500 bis CHF 10’000. Für umfangreichere Imagefilme und Werbevideos von ca. 2 Minuten Dauer belaufen sich die Kosten auf ca. CHF 10’000 bis CHF 20’000. Eine individuelle High-End Produktion bekommt man ab ca. CHF 20’000.


Ewa Christina Ming, Unternehmerin, Expertin und Senior Consultant im Bereich Marketing, Customer Experience und Personal Branding. Mit Ihrer Agentur setzen sie Projekte für digital und live Experience um und bieten Video Services, Kurse und Beratungen im eigenen LimeRiver Studio in Zürich an. www.ming-agentur.ch / www.limeriverstudio.ch

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