10 Digital Trends für 2022

Was das neue Jahr bringen wird

Das letzte Jahr hat uns bewegt, berührt und beeindruckt. Die digitale Transformation ist drastisch vorangeschritten. Die Marketing- und die Geschäftswelt haben Hypes rund um Blockchain bis hin zum massiven Wandel bei den Social Media Plattformen erlebt. Mit Beginn des Jahres setzte TikTok, das mittlerweile alle anderen Plattformen als führenden Social-Media-Kanal unter den Gen-Z-Nutzern abgelöst hat, das Wachstum fort. NFTs (Non-Fungible Token) und Kryptowährungen steigerten ihre Dynamik und lösten Gespräche über die Zukunft des Finanzwesens aus. Google kündigte an, Cookies von Drittanbietern bis 2023 auslaufen zu lassen, sodass Werbetreibende und digitale Vermarkter weniger als zwei Jahre Zeit haben, neue Wege zu etablieren, um ihre Zielkunden zu erreichen. Zuletzt änderte Ende letzten Jahres Facebook seinen Namen in Meta, um dem Bestreben des Unternehmens Rechnung zu tragen, das Metaverse, eine virtuelle 3D-Welt, zu gestalten. Wir schauen nun in die Glaskugel für 2022. Welche digitale Trends sehen wir für dieses Jahr?

1. Der Aufstieg von Metaverse

Bild: Meta

Facebook hat, wie erwähnt, seinen Namen offiziell in Meta geändert. Die Wahl der Namen ist entscheidend. Facebook will ein hybrides Erlebnis kreieren, eine Art virtuelle Welt, in der Menschen sich kennen lernen, zusammenarbeiten, Wissen teilen, zusammen spielen und sogar zusammen leben. Somit ist das Metaverse, ein Begriff für virtuelle und erweiterte Erlebnisse. Wie dies genau die Zukunft des Digital Marketings beeinflussen wird, können wir nur erahnen. Wir wissen, dass einiges davon in der Schweiz entwickelt wird.

2. Weiteres Wachstum von LinkedIn und LinkedIn Marketing

LinkedIn ist weiterhin der Stern im Digital Marketing Space. Jedes Quartal zeigt LinkedIn ein grosses Wachstum bei den monatlich aktiven Nutzern und bei den Engagement auf der Seite. Dazu führt LinkedIn ständig neue Funktionen ein, die bessere Ergebnisse für Unternehmen, User und Seiten erzielen. LinkedIn hat bereits im 2021 den Creator-Modus gestartet. Im 2022 könnte es sein, dass LinkedIn zum Video- und Voiceplattform sich etabliert. Dies könnte ein grosses Business-Potential mit sich bringen.

3. Sinnorientiertes Digital Marketing

Die Erwartung, dass die Vision von Unternehmen über die Gewinnmaximierung hinausgeht, drängt sich auf. Es muss für die jüngere Generation Sinn machen bei einer Marke einzukaufen. Als Beispiel sieht ein Drittel der Verbraucher ab 25 Jahren Nachhaltigkeit als Top-Kriterium beim Kauf von Schönheits- und Körperpflegeprodukten (Deloitte). Die jüngere Generation vertrauen Brands die sinnorientiert arbeiten und dies soll am liebsten mit ihren persönlichen Werten übereinstimmen. In der Schweiz kennen wir die Modemarke Nikin, die für jedes bestellte Produkt einen Baum pflanzt. International kennen wir z.B. Patagonia als Outdoor Brand, das sich für die Umwelt ganz stark engagiert und ihre Kunden sogar dazu aufruft, weniger zu konsumieren und dafür mehr zu reparieren. „Purpose“-getriebene Online oder Offline Shops machen nicht nur mehr Sinn, sondern häufig auch das bessere Geschäft. Sie wachsen im Vergleich doppelt so schnell.

4. B2B Digital und Hybride Events

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Seit zwei Jahren wissen wir, dass es auch sehr gut mit digitalen Events funktioniert. Wir Menschen wollen uns jedoch auch sehr gerne persönlich sehen. Viele wollen heute die Wahlfreiheit haben. Gehe ich hin oder wähle ich mich online ein. Für 2022 sollten wir diesen beiden Zielgruppen bedienen. B2B Events sind da und verbinden Anbieter mit Kunden. Wir sehen in diesem Jahr vermehrt hybride Lösungen. Live-Events mit virtuellen Komponenten, reine digitale Events für zu diejenigen, die lieber auf Distanz teilnehmen möchten. Schauen wir wie Virtual Reality oder Augmented Reality sowie Live-Streaming-Optionen integriert werden können.

5. First-Party Cookies und Marketing Technologien

Bisher waren die Cookies eine treibende Kraft im Online Business Daten zu sammeln und zu analysieren, die dann verwendet wurden, um Werbung zu personalisieren und Marketingkampagnen gezielter auszusteuern. Mit dem Auslaufen der Nutzung von 3rd Party Cookies durch Google im Jahr 2023, werden Konsumenten vermehrt, die Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten kriegen. Was heisst denn das für Marketers und Vermarkter? Im Jahr 2022 wird es vermehrt Marketing-Technologien geben, welche Lösungen für das Data Management Marketing anbieten. Firmen werden gezwungen 1st Party Daten selbst zu sammeln. Der Kunde muss transparent verstehen, wofür seine Daten gesammelt werden, und welchen Nutzen dies ihm bringt. Die Balance zwischen Personalisierung und Privatsphäre gilt es für Marketing-Entscheider gut zu verstehen.

6. E-Mail-Marketing

E-Mail-Marketing und List-Building gehen als Trend im Digital Marketing nie aus. Die Liste steht in Beziehung zum Umsatz. Sobald dir jemand vertraut und zu deiner Liste ein Opt-In macht, hast du eine echte Beziehung. E-Mail-Marketing hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Heutzutage dreht sich alles um die Konsumenten. Für Marken, die die richtigen Inhalte, Zielgruppen gerechte Angebote, und lustvoll integrierte Spielmechanismen als E-Mail-Erlebnis versenden, ist dieser digitale Marketingkanal noch keine Grenzen gesetzt.

7. Künstliche Intelligenz im Digital Marketing

Bild: Pixabay – geralt

Die KI-Technologien entwickeln sich schnell im 2022 weiter und werden vermehrt in Marketing-Technologien und Tools integriert. KI kann monotone Kampagnen-Aufgaben automatisiert übernehmen. KI kann mehr Daten schneller analysieren als wir Menschen. Aus diesem Grund ist sie in der Lage, grössere Datensätze zu verwenden, um die Kaufhistorie und das Verhalten der Kunden zu analysieren. Die Fähigkeiten zu vorhersagen dessen, was Kunden als nächstes wahrscheinlich kaufen werden, ist möglich. Wenn diese Technologien bestimmte Artikel oder Angebote vorschlagen, dann kann sogar eine personalisierte Werbung nahe liegen. Diese Art des Targetings führt zu hohen Konversionsraten und dem Gefühl, dass Sie Ihre Kunden und deren Bedürfnisse verstehen, ohne sie mit irrelevanten Inhalten zu überfordern.

8. Kreative, innovative und unterhaltsame Content- und Werbe-Formate.

Ein Grossteil des Erfolgs von TikTok ist auf die Kurzform-Inhalte zurückzuführen, die authentisch sind, Unterhaltung bieten und eine demokratisierende Wirkung im Social Media hat. Das Video-Format Reels von Instagram hat sich im letzen Jahr stark etabliert und ist sehr beliebt. 2022 wird das Jahr für Reels-Anzeigen werden. Kürzere und unterhaltsame Werbe-Formate werden sich etablieren. Anzeigen mit einer Länge von 5 bis 30 Sekunden beginnen zu dominieren. Während die Länge der Werbung sinkt, steigt die Länge der Inhalte im Content-Bereich. Podcasts als einfach zu produzierende Inhalte werden im 2022 weiter an Beliebtheit wachsen.

9. Wachstum für Influencer Marketing, auch im B2B-Bereich

Bild: Pixabay – Gerd Altman

Das Influencer-Marketing wird im 2022 weiterhin wachsen. Influencer-Kampagnen bieten von Natur aus Kontext und Relevanz, da der Influencer das Produkt befürwortet. Auch B2B-Marken wie Adobe, SAP und PWC setzen sich vermehrt für Influencer ein. Der Trend Micro Influencer für die eigene Marke zu nutzen, setzt sich auch in diesem Jahr fort. Brands wünschen sich Echtheit und Authentizität und nicht perfekt polierte Newsfeed-Beiträge. Influencer Social Shopping und Livestream-Shopping wird im 2022 erheblich an Bedeutung gewinnen. Somit verschmilzt E-Commerce, Social Media und Influencer Marketing.

10. E-Commerce-Wachstum und Marketplaces

Der weltweite E-Commerce-Umsatz ist gemäss e-marketer im vergangenen Jahr um fast 30% gestiegen, und es sind neue Wege aufgetaucht, um Online-Inhalte „einkaufsfähiger“ zu machen. Influencer Social Shopping wird im 2022 definitiv weiterhin das E-Commerce-Wachstum unterstützen. Einer der grössten globalen Trends im E-Commerce, der auch für digitale Unternehmen in der Schweiz gilt, besteht darin, dass mehr Konsumenten lieber auf grossen Marktplätzen als in einzelnen Geschäften, einkaufen wollen. Wir alle lieben die Bequemlichkeit: Kleidung, Elektronik, Gesundheitsprodukte und Haustierartikel im gleichen Warenkorb einkaufen zu können. Während Sie also einen eigenständigen Shop haben, sollten Sie auch in Betracht ziehen, auf Websites wie Amazon zu verkaufen. Weiter wird das Wachstum im E-Commerce dank der Integration von Nonfungible Token (NFT) in die Einkaufserlebnisse beschleunigt.


Über die Autorin.

Catrin Rubenson ist Inhaberin der Firma Rubenson GmbH, Coach für Karriere, Manifestation und Wachstum, Consultant für Digitale Marketing Strategien. Seit 2020 begleitet sie die SOM Online Konferenz als Moderatorin.

www.catrinrubenson.com


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