Die Auswahl eines E-Mail-Marketing- oder Marketing-Automation-Anbieters erfolgt meist anhand von Kriterien wie Funktionsumfang, Integrationsfähigkeit und Preisstruktur. In den letzten Jahren rücken jedoch Themen Datensouveränität, Rechtssicherheit und Vertrauen immer stärker in den Fokus.
Aktuell gibt es deshalb eine spannende Entwicklung: Immer mehr Schweizer Unternehmen schauen sich wieder gezielt nach lokalen Anbietern um.
Wenn der Serverstandort plötzlich entscheidend wird
Seit September 2023 gilt in der Schweiz das revidierte Datenschutzgesetz (nDSG). Mit dem neuen Gesetz wurden die Anforderungen an den Umgang mit personenbezogenen Daten präzisiert. Schweizer Unternehmen müssen klar nachvollziehen können, wo Daten gespeichert werden und welchen rechtlichen Rahmenbedingungen sie unterliegen.
Bei internationalen Plattformen kann das schnell komplex werden. Viele globale Anbieter haben ihre Wurzeln in den USA. Selbst wenn Serverstandorte in Europa genutzt werden, können unter Umständen Regelungen wie der US Cloud Act greifen. Dieser erlaubt US-Behörden theoretisch Zugriff auf Daten von US-Unternehmen – unabhängig davon, wo diese physisch gespeichert sind.
Vor allem für Unternehmen aus regulierten Branchen – etwa Banken, Versicherungen oder Gesundheitsorganisationen – stellt dies ein potenzielles Risiko dar.
Wenn hingegen der Serverstandort und der rechtliche Sitz des Anbieters in der Schweiz liegen, gilt das Schweizer Recht. Dies erleichtert die Einhaltung regulatorischer Vorgaben massiv und stärkt gleichzeitig das Vertrauen und Klarheit gegenüber den eigenen Kundinnen und Kunden.
Schweizer Hosting: mehr als nur ein technisches Detail
Der Serverstandort bringt aber nicht nur rechtliche Vorteile. Ein Beispiel ist die Zustellbarkeit von E-Mails. Beim Versand von E-Mails spielt beispielsweise die IP-Reputation eine grosse Rolle. Schweizer Versandserver haben bei lokalen Providern wie Bluewin oder Swisscom häufig eine sehr gute Reputation. Das kann sich positiv auf die Zustellbarkeit auswirken. Oder einfacher gesagt: Deine Newsletter landen häufiger im Posteingang statt im Spamordner.
Hinzu kommt ein weiterer praktischer Punkt: Wenn die Daten in der Schweiz liegen, entfällt der komplizierte Datentransfer in sogenannte Drittstaaten. Themen wie internationale Datenschutzabkommen oder Standardvertragsklauseln spielen dadurch eine geringere Rolle.
Allerdings lohnt sich hier ein genauerer Blick: Der reine Datenstandort allein garantiert noch keine vollständige Datenkontrolle. Entscheidend ist auch, welchem Recht der Anbieter unterliegt und wer das Unternehmen kontrolliert. Das Label «swiss hosting» schafft hier Transparenz und zeigt, bei welchen Anbietern Datenzugriffe juristisch ausschliesslich über Schweizer Behörden und nach Schweizer Recht erfolgen können.
Wenn Support persönlich wird
Neben Technik und Recht gibt es noch einen Punkt, der im Alltag oft den grössten Unterschied macht: der Support.
Bei internationalen Tools läuft dieser häufig über Ticketsysteme oder Supportzentren in anderen Zeitzonen. Das funktioniert grundsätzlich – kann aber mühsam werden, wenn schnell eine Lösung gebraucht wird.
Ein lokaler Anbieter arbeitet meist anders. Hier erreichst du jemanden während Deiner Arbeitszeiten, oft sogar telefonisch. Vielfach hast du bei kleineren Anbietern auch eine dedizierte Ansprechperson, die dein Unternehmen und Herausforderungen kennt und dir schnell und unkompliziert Lösungen bieten kann.
Ein weiterer Vorteil lokaler Anbieter – die Kenntnis des Schweizer Marktes:
- die Mehrsprachigkeit in der Kommunikation (Deutsch, Französisch, Italienisch)
- Beispiele für erfolgreiche Kampagnen im Markt, Kenntnis über Feiertage und Bräuche sowie das Feingefühl für Schweizer Eigenheiten
- rechtliche Anforderungen wie Opt-in-Regeln nach dem UWG
- unterschiedliche KPI-Benchmarks je nach Region und Branche
Solche Details wirken unscheinbar, können jedoch den Ausschlag geben, ob ein Projekt reibungslos verläuft.
Lösungen, die zu den lokalen Anforderungen passen
Auch auf technischer Ebene profitieren Unternehmen häufig von Lösungen, die auf den lokalen Markt abgestimmt sind. Dazu gehören Dinge wie:
- Integrationen in verbreitete Schweizer Umsysteme wie Abacus oder Bexio
- der korrekte Umgang mit Umlauten und regionalen Datenformaten
- Anpassungen an lokale Währungs- und Dateistrukturen.
Gerade bei Marketing-Automation-Projekten kann das viel Zeit und Kosten sparen.
Unser Blick aus der Praxis
Bei Mayoris beschäftigen wir uns seit über 20 Jahren mit CRM und E-Mail-Marketing – und zwar ausschliesslich im Schweizer Markt. Unser Fokus liegt darauf, Unternehmen dabei zu unterstützen, relevante und personalisierte Kommunikation entlang der gesamten Customer Journey aufzubauen.
Wir arbeiten vorwiegend mit der Marketing-Automation-Plattform Elaine, einer Lösung aus Deutschland, die wir gezielt für den Schweizer Markt adaptiert haben. Dazu gehören unter anderem Mehrsprachigkeit, Anpassungen an lokale Anforderungen sowie ein komplettes Hosting in der Schweiz.
Schweizer Hosting: mehr als nur ein Serverstandort
Die Wahl eines E-Mail-Marketing-Anbieters wirkt auf den ersten Blick wie eine reine Softwareentscheidung. In der Praxis steckt jedoch deutlich mehr dahinter. Fragen wie Datensicherheit, Zustellbarkeit, Supportqualität und Marktverständnis spielen eine immer grössere Rolle.
Gerade in einem Land wie der Schweiz, in dem Vertrauen, Qualität und Datenschutz einen hohen Stellenwert haben, kann ein lokaler E-Mail Marketing Anbieter in Kombination mit Schweizer Hosting deshalb ein entscheidender Vorteil sein.
Oder anders gesagt: Wenn Technologie, Beratung und Hosting aus der Schweiz kommen, passt oft auch das Gesamtbild besser.




