Headless Commerce

Doch nicht so kopflos?

Image by Susann Mielke from Pixabay

Wir möchten euch herzlich zum vierten Teil unseres E-Commerce-Specials willkommen heissen und widmen uns heute dem Thema Headless Commerce. Dabei geht es nicht um einen kopflosen Reiter aus einer deutschen Volkssage, sondern um eine neue Darstellungsform von Content.

Headless Commerce – eine Definition

Hierbei wird das Front-End, der sogenannte Kopf, vom Back-End und damit dem Körper, getrennt. Durch diese neue Architektur ist es möglich Inhalte von der Struktur zu entkoppeln, sodass Content freier dargestellt werden kann. Über API können Inhalte dynamisch auf verschiedenen Plattformen und Front-Ends ausgespielt werden, ohne dass die Back-End-Struktur hiervon beeinträchtigt wird. Damit wird es möglich mit einer einzigen Änderung im Back-End diese direkt auf allen Front-End-Plattformen auszuspielen. Gleichzeitig kann jedes Front-End individualisiert und auf die technischen Eigenheiten der jeweiligen Plattform, sowie für das dortige Userverhalten, optimiert werden.

Quelle: www.cbinsights.com

Vorteile

  • Die feste Verknüpfung von Back-End und Front-End wird gelöst, das System wird flexibler
  • Involvierte Systeme per Schnittstellen / API verbunden
  • Anpassung an diverse neue Endgeräte wie Smartwatches
  • Individualisierte E-Commerce-Auftritte
  • Perfekte Kombination aus Design und Technologie
  • Höhere Agilität bei Veränderungen
  • Kunden-Touchpoints können besser erfasst werden
  • Bessere Customer Experience durch passgenaue Content-Auslieferung
  • Weniger Anpassungsaufwand im Backen-End
  • Eine zentrale Datenquelle
  • Zielgruppenspezifische Differenzierung, Peronalisierung und Darstellung
  • Schnelle Implementierung von Anpassungen für Programmierer

Progressive Web Apps

Bisher hatten viele Unternehmen das Problem, dass neben einem E-Commerce-Shop, der responsive für viele Endgeräte sein musste, auch noch eine native App erstellt wurde. Somit hatte man eine doppelte Entwicklung, da beide Systeme parallel erstellt, gepflegt und laufend aktualisiert werden mussten. Eine Lösung für dieses Problem stellt eine Progressive Web App dar. Dabei handelt es sich um eine Website, die Merkmale einer nativen App besitzt. Es ist quasi eine Verschmelzung der beiden Systeme, sodass eine doppelte Entwicklung nicht mehr notwendig ist. Der User kann somit die Vorteile von beiden Systemen nutzen. So sind neben Pushnachrichten z.B. auch Offlinefunktionen verfügbar. Lancôme, der französische Hersteller von Luxusparfüms und Kosmetik, hat seine Website bereits auf dieses System umgestellt. Dadurch kann die User Experience verbessert und auch die Conversion Rate erhöht werden.

Quelle: www.lancome.de

Auf dem Markt gibt es einige Anbieter von PWA, sodass mit Hilfe deren Software entsprechende E-Commerce-Plattformen erstellt werden können. Progressive Web Apps sind dabei ein Front-End-Service. Exemplarisch möchten wir an dieser Stelle Mobify nennen, die seit 2020 zu Salesforce gehören. Einer Ihrer Kunden, der seinen Shop auf das System umgestellt hat, ist beispielsweise der Sportbekleidungshersteller Under Armour.

Quelle: www.underarmour.de

Umfrage

Unter unseren geschätzten Lesern haben wir eine kurze Umfrage zum Thema Headless Commerce durchgeführt, um ein erstes Meinungsbild zu erhalten, wie diese den aktuellen Trend betrachten. Dabei haben wir nachfolgende Frage gestellt:

Wird ein webbasierter Shop für KMU aktuell und in naher Zukunft noch ausreichend sein, oder sollte bereits jetzt mit der Anpassung an neue Endgeräte, wie z.B. Smartwatches, begonnen werden?

Quelle: Nine Elephants Marketing GmbH

Fazit

Um seinen E-Commerce-Shop auf eine Headless-Commerce-Plattform umzustellen, ist initial ein grösserer Aufwand erforderlich. Für internationale Unternehmen lohnt sich die Umstellung sicherlich, um ihren Kunden ein bestmögliches Erlebnis zu bieten und diese auf allen Touchpoints abzuholen. Als KMU sollte man sich die Umstellung jedoch gut überlegen. Lohnen kann es sich trotzdem, indem man in seinem Umfeld ggf. zum First-Mover wird und damit einen Wettbewerbsvorteil schafft. Headless-Commerce erleichtert die Erstellung neuer Online-Touchpoints und ein Shopsystem kann damit als Marketinginstrument genutzt werden, in dem z.B. temporäre Online-Pop-Up-Stores lanciert werden.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein